Was Deutschland von Polen lernen kann - Veranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung
Auto anmelden, Nachweise vorzeigen oder Behördensachen erledigen – einfach mit dem Smartphone? In Polen ist vieles davon längst Alltag.
Was können wir davon lernen? Darüber haben wir auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung gestern Abend im voll besetzten Haus der Kirche an der Dreikönigskirche diskutiert. Und zwar ziemlich konkret.
Michał Kopański, II. Vize-Woiwode der Woiwodschaft Schlesien, berichtete aus polnischer Praxis. Rund ums Auto läuft dort bereits vieles digital und papierlos. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Digitalisierung eben auch eine Sicherheitsfrage ist: Cyberangriffe, der Schutz persönlicher Daten und ausländische Einflussnahme gehören zur Debatte genauso dazu wie bequemere Behördengänge.
Jan Pratzka, Dresdens Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Digitales, Personal und Sicherheit, brachte den Blick unserer Stadt ein. Dresden will nicht einfach möglichst viel digitalisieren, sondern Angebote schaffen, die tatsächlich genutzt werden. Dresden-Pass und Sächsische Ehrenamtskarte sind konkrete Anwendungsfälle, die die Stadt bereits für die EUDI-Wallet erprobt.
Und Prof. Dr. Jürgen Anke von der HTW Dresden zeigte, was hinter der Wallet technisch steckt. Sein Team arbeitet unter anderem daran, Hochschulnachweise wie Immatrikulationsbescheinigungen und Studierendenausweise künftig direkt in die EUDI-Wallet zu bringen.
Als er in den Saal fragte, wer die EUDI-Wallet bereits kennt, gingen erstaunlich viele Hände nach oben. Ein guter Start für Dresden.
Besonders interessant wurde es bei einer Frage aus dem Publikum: Sind meine Daten darin eigentlich sicher?
Anke erklärte das an einem einfachen Beispiel: Eine digitale Wallet soll gerade nicht bedeuten, dass jeder Dienst alle darin enthaltenen Informationen bekommt. Beim Autoverleih muss beispielsweise nachweisbar sein, dass jemand fahren darf – dafür müssen aber nicht automatisch andere, für diesen Zweck unnötige persönliche Informationen offengelegt werden.
Genau darin liegt ein wichtiger Unterschied: Die EUDI-Wallet soll nicht einfach irgendeine neue App werden. Sie soll Menschen ermöglichen, digitale Identitäten und Nachweise sicher und europaweit einzusetzen.
Für mich als Dresdner Bundestagsabgeordneten ist das eine besondere Verbindung zwischen Berlin und meiner Heimatstadt. Im Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung begleite ich diese Fragen politisch – und Dresden gehört schon heute zu den Orten, an denen die digitale Verwaltung von morgen praktisch erprobt wird.