Botschafterkonferenz

Nächster Schritt für die deutsche EUDI-Wallet

verfasst am 10.09.2026

Jetzt hat Deutschlands EUDI-Wallet einen Namen: d-you

Am Mittwoch wurden von Bundesminister Karsten Wildberger Name und Logo der staatlichen deutschen EUDI-Wallet vorgestellt. Damit bekommt eines der wichtigsten Digitalprojekte der kommenden Jahre zunehmend ein Gesicht.
Als Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die EUDI-Wallet begleite ich das Projekt seit Monaten intensiv. Was ich dabei immer wieder betonen möchte: Die Wallet ist weit mehr als eine neue App auf dem Smartphone. Wir bauen damit eine neue Infrastruktur für digitale Identitäten und Nachweise. Künftig sollen Bürgerinnen und Bürger sich sicher digital ausweisen und Dokumente und Nachweise digital nutzen können – bei Behörden genauso wie gegenüber Unternehmen und perspektivisch europaweit.

Das Potenzial ist enorm: für Bürgerinnen und Bürger, für die Verwaltung, für Unternehmen und gerade auch für unseren Mittelstand.
Besonders wichtig finde ich deshalb das Signal des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und weitere Partner von Anfang an eng einzubinden. Denn die Wallet wird nur dann ein Erfolg, wenn wir nicht allein eine technisch gute Lösung bauen, sondern ein funktionierendes Ökosystem mit echten Anwendungen im Alltag.
Jetzt bleiben noch knapp vier Monate bis zum geplanten Start Anfang Januar 2027.
Diese Monate müssen wir nutzen: für verlässliche Technik, konkrete Anwendungsfälle, einfache Prozesse – und für Vertrauen.
Am Ende wird sich der Erfolg nicht daran entscheiden, wie viele Funktionen wir auf dem Papier beschreiben. Entscheidend ist, ob Menschen und Unternehmen sagen:
Das funktioniert. Das ist sicher. Und das macht mein Leben einfacher.
Genau daran müssen wir uns messen lassen.

D you logo

Feedback aus über 300 Kommunen

Wie gelingt die Einführung der EUDI-Wallet in den deutschen Kommunen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des hybriden Fachgesprächs, zu dem ich als Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die EUDI-Wallet gemeinsam mit Ralph Brinkhaus und Dr. Oliver Vogt eingeladen hatte. Mehr als 300 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Landrätinnen und Landräte sowie IT-Verantwortliche aus Kommunen nahmen an der Veranstaltung teil.

Das gesammelte Arbeitspapier finden Sie hier:

Haushaltsdebatten starten

Über 500 Milliarden Euro – so viel Geld wird der Bund im kommenden Jahr ausgeben. Entscheidend ist aber nicht allein, wie viel wir ausgeben, sondern wofür und mit welcher Wirkung.

In dieser Woche starten wir im Deutschen Bundestag die Beratung für den Bundeshaushalt 2027. Für mich stehen dabei insbesondere zwei Bereiche im Fokus, für die ich auch fachpolitisch Verantwortung trage: Arbeit und Soziales sowie Digitalisierung und Staatsmodernisierung.

Der Bereich Arbeit und Soziales ist mit Abstand der größte Ausgabenblock des Bundeshaushalts. Gerade deshalb müssen wir genauer auf die Wirkung schauen. Unser Ziel muss sein, Menschen schneller wieder in Arbeit zu bringen, Leistung und Eigenverantwortung zu stärken und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass unsere sozialen Sicherungssysteme auch langfristig finanzierbar bleiben. Ein leistungsfähiger Sozialstaat braucht eine starke wirtschaftliche Grundlage – und er muss diejenigen gezielt unterstützen, die seine Hilfe tatsächlich benötigen.

Gleichzeitig müssen wir bei der Digitalisierung und Modernisierung unseres Staates vorankommen. Bürger und Unternehmen erwarten zu Recht eine Verwaltung, die einfach, schnell und verlässlich funktioniert. Dazu gehören digitale Verfahren, moderne Register und weniger Doppelstrukturen und Bürokratie. Digitalisierung ist dabei kein Selbstzweck: Sie muss Abläufe vereinfachen und am Ende Zeit und Geld sparen.

Für mich gilt deshalb auch bei den Haushaltsberatungen: Nicht jede gute Idee rechtfertigt automatisch zusätzliche Ausgaben. Wir müssen dort investieren, wo wir unser Land wirklich voranbringen – und zugleich den Mut haben, bestehende Strukturen zu hinterfragen, wenn sie teuer sind, aber zu wenig bewirken.

Prioritäten setzen, Wirkung prüfen und Verantwortung für das Geld der Steuerzahler übernehmen – darum geht es in dieser Haushaltswoche.

Botschafterkonferenz

Botschafterkonferenz im Auswärtigen Amt

Und wir diskutieren noch darüber, ob unsere Einwanderungsverwaltung digital genug ist?

So zugespitzt hat Holger Seubert, Präsident des Bundesamts für Auswärtige Angelegenheiten, die Debatte in unserer Praxiswerkstatt zur Fachkräfteeinwanderung auf den Punkt gebracht. Im Austausch mit Botschaftern und Generalkonsuln wurde eines sehr deutlich: Deutschland braucht einen Systemwechsel.

Vier Punkte sind entscheidend:
1. Wir brauchen eine Work-and-Stay-Agentur.
Eine zentrale, serviceorientierte Struktur, die internationale Fachkräfte nicht durch Zuständigkeitsketten schickt, sondern ihren Weg nach Deutschland einfacher und schneller macht.
2. Erwerbsmigration und Fluchtmigration müssen klarer getrennt werden.
Wer Deutschland als Arbeits- und Einwanderungsland stärken will, braucht gezielte Instrumente für Erwerbsmigration – und eine Debatte, die unterschiedliche Formen von Migration nicht ständig vermischt.
3. Deutschland muss beim „Stay-Faktor“ besser werden.
Es reicht nicht, Fachkräfte zu gewinnen. Wir müssen Bedingungen schaffen, unter denen Menschen sich für Deutschland entscheiden – und dauerhaft bleiben wollen.
4. KI ist keine Zukunftsmusik.
Andere Staaten setzen KI bereits in Visa- und Einwanderungsverfahren ein. Estlands „Bürokratt“ zeigt, wohin die Reise gehen kann.
Holger Seubert hat deshalb eine entscheidende Frage gestellt:
„Kann das Konsulat heute noch ohne KI?“ Das ist die richtige Perspektive.

Die Frage ist längst nicht mehr, ob wir KI in der Visumpraxis einsetzen. Die Frage ist, wie schnell wir es tun.
Denn Digitalisierung allein reicht nicht. Wer ineffiziente Prozesse, Zuständigkeiten und Doppelstrukturen einfach digitalisiert, digitalisiert am Ende nur die Bürokratie.

Wir brauchen beides: eine Work-and-Stay-Agentur als politisches Zukunftsprojekt und eine konsequente Digitalisierung der Einwanderungsverwaltung.
Deutschland hat beim Wettbewerb um internationale Fachkräfte keine Zeit zu verlieren.

Jetzt ist der Zeitpunkt, aus der Fachkräftestrategie eine funktionierende Einwanderungsinfrastruktur zu machen.

Termine, Termine, Termine

Es ist wieder soweit: Das politische Berlin hautnah erleben.

Sie haben die Chance, bei der nächsten politische Bildungsfahrt in den Bundestag zu kommen.


Wann:
30.09.-01.10.2026

Was: Einblicke hinter die Kulissen, spannende Gespräche, direkter Austausch vor Ort

Wie können Sie dabei sein? Schreiben Sie eine E-Mail an markus.reichel.wk@bundestag.de

Wichtige Hinweise zur Teilnahme:

Die Fahrt ist kostenlos.

Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern, daher werden Anmeldungen von Zweierpaaren bevorzugt.

Achtung: Einzelzimmer können nicht garantiert werden.

Ich freue mich auf Ihre Bewerbung und auf die Gespräche in Berlin!